Autor: Sindy Mokros | zuletzt aktualisiert am: 3.9.2026 | Lesedauer: 10 Minuten
Das Wesentliche in Kürze:
- Eine Wärmepumpe wandelt Umweltwärme, z.B. aus Umgebungsluft, Erdreich und Grundwasser für Heizung und Warmwasserbereitung um.
- Wärmepumpen eignen sich sowohl im Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern als auch für Heizungsmodernisierungen im Altbau.
- Mit Wärmepumpen kann man sowohl heizen als auch kühlen.
Was ist eine Wärmepumpe und welche Arten gibt es?
Wärmepumpen sind Heizsysteme, die Energie entweder aus der Erde, dem Grundwasser oder der Luft zur Wärmegewinnung nutzen:
- Luft-Luft- oder Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Energie der Umgebungsluft zum Heizen und zur Warmwasserbereitung – und das abhängig vom Modell sogar bei -20°C. Da sie die Wärme direkt an das Heizsystem weitergeben, sind sie der Favorit unter den Wärmepumpen.
- Erdwärme- bzw. Sole-Wasser-Wärmepumpen ziehen die Wärme mittels Erdsonden oder Erdkollektoren aus dem Erdreich. Dazu sind Erdbohrungen notwendig.
- Grundwasser-Wärmepumpen nutzen die konstante Temperatur des Grundwassers. Hierzu sind Grundwasserbohrungen und ein Brunnensystem notwendig.
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Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Wärmepumpen arbeiten nach dem Kühlschrank-Prinzip – nur umgekehrt. Vereinfacht ausgedrückt wird der Umgebungsluft Wärme entzogen, auf ein Kältemittel übertragen, weiter erhitzt und anschließend an das Heizungssystem abgegeben.
Für wen lohnen sich Wärmepumpen?
Eine Wärmepumpe lohnt sich nicht nur in neuen Ein- und Zweifamilienhäusern. Abhängig von der Art der Wärmepumpe ist sie auch im Zuge einer Altbau-Sanierung eine gute Alternative zu Öl und Gas.
Für Wärmepumpen ist eine Flächenheizung optimal. Jedoch können auch die vorhandenen Heizkörper im Wohnhaus ausreichen, um eine Wärmepumpe energetisch sinnvoll zu betreiben. Der Einbau einer Fußbodenheizung ist daher nicht immer erforderlich.
Wichtig ist, dass die Vorlauftemperatur der Heizung niedrig ist. Erreichen lässt sich das zum Beispiel durch eine gute Dämmung.
Lassen Sie sich zu den technischen Voraussetzungen für den Einbau einer Wärmepumpe von Ihrem Installateur beraten und holen Sie sich von ihm ein entsprechendes Angebot ein. Er informiert Sie auch über notwendige Anpassungen des Wärmeverteilsystems.
Kann eine Wärmepumpe auch bei Tiefsttemperaturen heizen?
Auch bei tiefsten Temperaturen können Wärmepumpen der Umgebungsluft noch genug Wärme entziehen, um Ihr Haus im Winter zu beheizen und Wasser zu erwärmen - selbst bei -20 Grad.
Ist eine Wärmepumpe auch zum Kühlen geeignet?
Im Sommer können Wärmepumpen auch zum Kühlen des Hauses und damit als eine Art Klimaanlage genutzt werden. Hierfür sind spezielle Komponenten notwendig. Dadurch steigt der Strombedarf. Ideal ist in dem Fall die Kombination mit einer eigenen Solaranlage.
Wie laut ist eine Wärmepumpe?
Wärmepumpen arbeiten je nach Art, Modell oder auch Aufstellungsort sehr leise. Mit einer durchschnittlichen Lautstärke von 30 bis 40 Dezibel entspricht das ungefähr einem Kühlschrank.
Mit folgenden Tipps können Sie die Lautstärke noch weiter minimieren wollen:
- Platzieren Sie die Außeneinheit möglichst nicht unter dem Schlafzimmerfenster oder in der Nähe von Nachbargrundstücken
- Installation von Schallschutzgehäusen oder schwingungsdämpfenden Montageelementen
- regelmäßige Wartung, um verschmutzte Filter und defekte Ventilatoren auszutauschen oder Fehlfunktionen im Kältemittelkreislauf zu beheben
- Nachtmodus nutzen
Einmal zusammengefasst: die Vorteile einer Wärmepumpe auf einen Blick
- Nutzung von Umweltwärme aus Umgebungsluft, Erdreich und Grundwasser
- keine Verwendung fossiler Brennstoffe
- bis zu 90 % geringer CO2-Ausstoß gegenüber Gas- oder Ölheizungen
- geringer Platzbedarf, da kein Brennstoff gelagert werden muss
- eine Wärmepumpe kann zum Heizen für fast jede Gebäudeart verwendet werden
- Nutzung zum Heizen, Kühlen und Warmwasser bereiten
- nahezu wartungsfrei
- hohe Betriebssicherheit
- leiser Betrieb von 30 - 40 dB
- flexibel bei der Außenaufstellung
- Kombination mit Solaranlagen, um Wärmepumpe mit eigenerzeugtem Strom zu betreiben
- für Neubau und Modernisierung im Altbau nutzbar